Allgemeine Dienstpflicht

Der heimische Bundestagsabgeordnete Maik Beermann (CDU) und der Schaumburger DRK-Präsident Bernd Koller sprechen sich im Rahmen der aktuellen Diskussionen für die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht für junge Menschen aus.

„Die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht für junge Männer und Frauen ist mir bereits seit längerem eine Herzensangelegenheit“, so der Abgeordnete Beermann.

„Bereits im Frühjahr des Jahres 2017 habe ich mich diesbezüglich mit dem Präsidenten des DRK Schaumburg, Bernd Koller, ausgetauscht und die Vorteile eines solchen ‚Deutschlandjahres‘ für den Katastrophenschutz erläutert. Im November 2016 habe ich die Einführung dieses Dienstjahres bereits im Rahmen eines Beschlusses der Jungen Union Deutschland befürwortet. Daher freut es mich sehr, dass dieses wichtige Thema nun auch in der Bundespolitik angekommen ist.“

Beermann betont, dass die allgemeine Dienstpflicht nicht ausschließlich unter verteidigungspolitischen Gesichtspunkten betrachtet werden darf: „Selbstverständlich sollte es auch weiterhin möglich sein, seinen Dienst bei der Bundeswehr zu verrichten, allerdings können junge Menschen auch in den sozialen Bereichen und im Rahmen des Katastrophenschutzes, also bei den Blaulicht-Helfervereinigungen wie Feuerwehr, Rettungsdienst und THW entscheidend dazu beitragen, unser Land gesellschaftlich zu stärken. Aussagen wonach, die Bundeswehr nicht in der Lage sei, 700.000 junge Menschen zu versorgen, sind inhaltlich richtig, gehen aber an der Intention der allgemeinen Dienstpflicht weit vorbei.“

„Insbesondere in Anbetracht des Personalmangels in der Pflege können junge Menschen die ausgebildeten Pflegekräfte bei deren täglichen Aufgaben entlasten, Pflegebedürftigen die verdiente Wertschätzung entgegenbringen und einen Eindruck von der Arbeit in Pflegeheimen gewinnen“, stellt der CDU-Politiker die Chancen durch eine allgemeine Dienstpflicht auch Entlastungen bei dringenden gesellschaftlichen Prozessen zu erreichen, heraus.

Der Schaumburger DRK-Präsident Bernd Koller , der die Forderung zur politisch notwendigen Diskussion über ein verpflichtendes soziales Jahr bereits zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise am 30.09.2015 in Niedernwöhren erhoben hatte, meint, dass ein soziales Jahr die ehren- und hauptamtlich im Katastrophenschutz tätigen Einsatzkräfte zudem nachhaltig entlasten würde: „Im Zuge der Flüchtlingskrise ist deutlich geworden, dass das Ehrenamt offensichtliche und sehr große Lücken in der grundgesetzlich verankerten Pflicht zur Daseinsvorsorge des Staates zum Schutze seiner Bürgerinnen und Bürger in einigen Bereichen der Verwaltung, der Polizei, der Bundeswehr und der staatlichen Gesundheitsvorsorge auf Dauer nicht ausfüllen kann, da genügende Erholungszeiten und zum Teil, aufgrund der Belastungen und der gewonnenen Eindrücke beim Kontakt mit den Flüchtlingen, individuelle psychologische Hilfen, für die ehrenamtlich tätigen Vonnöten sind. Eine allgemeine Dienstpflicht ermöglicht hierbei eine flexiblere und auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittene Einteilung der Aufgaben.“

„Insofern wäre ein verpfl. soziales Jahr wie das in Rede stehende Deutschlandjahr ein Beispiel für gelebte Demokratie, gelebte Menschlichkeit; für eine nachhaltige gesellschaftliche Daseinsvorsorge durch das in jungen Jahren bei jedem Individuum erlebte und gelebte Verständnis für hilfsbedürftige Mitmenschen. Praktizierte und gelebte Menschlichkeit wie sie bei den ehrenamtlichen Helfern in allen Hilfsorganisationen, bei den freiwilligen Feuerwehren und im DRK Schaumburg gelebt wird“, fassen Beermann und Koller ihr Verständnis der allgemeinen Dienstpflicht zusammen.

Koller sagte schon 2015, dass es ihm bei dem Thema verpflichtendes soziales Jahr nicht um billige Pflegekräfte, nicht um preiswerte Hilfskräfte, nicht um schlecht bezahlte Helfer usw. gehe, ihm ginge es bei der Einführung der Dienstleistungspflicht vielmehr um gelebte Demokratie, um gelebte Menschlichkeit und um eine nachhaltige gesellschaftliche Daseinsvorsorge, die durch den Staat, also durch uns, finanziert wird.

„Junge Menschen hätten im Rahmen des Deutschlandjahres die Chance, einerseits der Gesellschaft etwas zurückzugeben und andererseits wichtige Einblicke in ausgewählte Berufe zu erlangen. Die Akzeptanz und das Ansehen von sozialen Berufen und dem Engagement im Katastrophenschutz werden hiervon nachhaltig profitieren“, geben beide abschließend an.