Anhörung zum Thema Organspende

Der heimische Bundestagsabgeordnete Maik Beermann (CDU) informiert über die öffentliche Anhörung zum Thema Organspende im Deutschen Bundestag.

 

Kürzlich hat der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages Expertenmeinungen zu den vorliegenden Gesetzentwürfen zum Thema Organspende debattiert.

 

Insgesamt drei Gesetzesentwürfe liegen dabei vor, welche überparteilich in die Beratungen eingebracht wurden: Ein Entwurf zur Regelung der doppelten Widerspruchslösung im Transplantationsgesetz, ein Entwurf zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende und ein Entwurf für mehr Vertrauen in der Organspende.

 

Die praxis- und ethikorientierte Expertenanhörung, bei welcher unter anderem Vertreter der Bundesärztekammer, der Eurotransplant, der Deutschen Stiftung Patientenschutz, verschiedener Universitäten und weiterer Institutionen angehört wurden, zeichnete ein breit gefächertes Meinungsbild. Aus ethischer Sicht wurden sowohl die Bekräftigung der Entscheidungsbereitschaft, wie auch die Widerspruchslösung für sinnvoll befunden, in der Analyse, wie der Bedarf an Transplantationsorganen gedeckt werden könne, sprachen sich einige Experten für die Einführung der Widerspruchslösung aus.

 

In der Debatte wurde so beispielsweise darauf hingewiesen, dass etwa 25% der in Deutschland transplantierten Organe derzeit aus dem Ausland stammten und Deutschland ein Netto-Importland bei Transplantationsorganen sei. Dies führe insbesondere bei den bundesdeutschen Nachbarländern, welche gemeinsam in der Institution Eurotransplant organisiert sind für eine negative Einstellung gegenüber der Bundesrepublik.

 

„Die Tatsache, dass sieben von acht Ländern, die gemeinsam in der Eurotransplant organisiert sind eine Widerspruchslösung haben, gibt zu denken“, so Maik Beermann im Anschluss an die Anhörung. „Ich halte es für ethisch vertretbar, eine doppelte Widerspruchslösung einzuführen, bei welcher keine Rechtspflicht zur Organspende eingeführt wird, sondern lediglich im Rahmen des Solidaritätsprinzips eine Pflicht zur Entscheidung ob man selber Organspender sein möchte.“

 

Der unter anderem von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und SPD-Gesundheitspolitiker Dr. Karl Lauterbach eingebrachte Gesetzentwurf zur Einführung einer doppelten Widerspruchslösung sieht dabei vor, dass jeder Deutsche ohne Angaben von Gründen einer Organspende explicit widersprechen kann. Zusätzlich werden die Angehörigen im Falle einer möglichen Organspende kontaktiert, ob diesen bekannt sei, wie sich der mögliche Spender zu einer Organspende positioniert hat.

 

Generell gilt, dass Organspenden von lebenswichtigen Organen nur nach eingetretenem Hirntod eines Patienten erfolgen.

 

„Die Entscheidung über die Zukunft unserer Organtransplantationsrichtlinien ist eine Gewissensentscheidung, bei welchen die im Bundestag vertretenen Parteien auch keine Position beziehen. Aus diesem Grund würde ich mich freuen, auch von den Bürgerinnen und Bürgern aus dem Landkreis Nienburg und dem Schaumburger Land zu erfahren, wie sie zu einer Widerspruchslösung stehen“, gibt Beermann abschließend zu verstehen. Bürgerinnen und Bürger können den Abgeordneten hierzu per Mail unter maik.beermann@bundestag.de erreichen.