Austausch mit Junglandwirten

 
Gleich 4 junge Vertreter der Rinder-, Bullen- und Milchkuhhaltung sowie der Schweinemast trafen sich auf dem Milchviehbetrieb der Familie Hoppe in Sonnenborstel ein, als ich und der CDU-Samtgemeindeverbandsvorsitzende und Bürgermeisterkandidat Eckhard Heine diesen zu einem gemeinsamen Austausch über die Zukunft der Landwirtschaft besichtigten.
Sonnenborstel ist eines der wenigen Dörfer, in dem noch fast alle Bauernhöfe aktive Landwirtschaft betreiben. Hier findet und fand gerade ein Generationenwechsel statt und das sind ideale Bedingungen, um über die Lage der Landwirtschaft zu sprechen.
 
Bei einem Rundgang zeigten uns die Brüder Sönke und Joost Hoppe, die mit vier Generationen auf dem Hof leben, ihre Stall- und Melkanlage. „Das Tierwohl ist ein wichtiger Faktor. Wir wollen, dass es den Kühen gut geht, denn jede einzelne Kuh ist eine Invesititon, die sich erst nach 2-3 Jahren rechnet. Je älter und gesünder eine Kuh ist, desto besser ist es auch für uns“, erklärte uns Söhnke Hoppe. Die mit hohen Standards aufgebauten Haltungsbedingungen in Deutschland fördern als Konsequenz Importe aus dem Ausland, die unter deutlich schlechteren Bedingungen hergestellt werden.
 
Die direkten Auswirkungen politischer Vorgaben zur Tierhaltung sieht man, wenn man zu den Sauenhaltern blickt: „Nahezu alle Ferkel für die Sauenhaltung in Deutschland werden aus dem Ausland importiert“, so Thorben Wittmershaus, „die Ferkelzucht ist unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr konkurrenzfähig mit dem Ausland und die meisten Betriebe haben aufgehört. Auch Corona setzt den Landwirten derzeit zu: „Der Absatz in der Gastronomie und Grillsaison brach ein und damit auch der Preis“, erklärt Bullenhalter Dirk Lücking.
 
Was die Junglandwirte auch eint, ist nicht nur die Kritik an manchen politischen Gesetzen, sondern auch die Kritik an der ungleichen Umsetzung dieser Gesetze und der überfrachteten Bürokratie: Durch die deutlich verschiedenartige Interpretation des Bundes-Immissionsschutzgesetzes muss ein Landwirt exemplarisch 10.000 Euro, aber ein anderer Landwirt aus einem anderen Landkreis weitere 50.000 Euro in die Hand nehmen, um bestimmte Vorgaben einzuhalten. Das ist ein Zustand, der allein schon eine Wettbewerbsverzerrung in Niedersachsen erzeugt. Eine Verfahrens- und Kostengerechtigkeit sollte es mindestens geben!
 
Ich danke den Junglandwirten und Familie Hoppe für den Austausch. Als Politiker hat man derzeit oftmals einen schweren Stand bei der Landwirtschaft aber ich stelle mich trotzdem gern der Diskussion. Wir müssen Landwirtschaftspolitik wieder in Generationen denken, denn sonst haben wir in Deutschland vielleicht bald keine mehr!
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