Besuch bei den Stadtwerken Nienburg

Breer, Beermann, WittAn diesem Montag besuchte ich die Stadtwerke Nienburg und diskutierte gemeinsam mit dem Geschäftsführer Norbert Witt und dem Leiter des Vertriebs, Thomas Breer, über die Daseinsfürsorge und die kommenden Herausforderungen für das kommunale Unternehmen. Nachdem ich bereits die Stadtwerke Schaumburg-Lippe besucht und kennengelernt habe, nahm ich das Treffen zum Anlass um mich auch umfassend über die Arbeitsweise und Aufstellung der Stadtwerke Nienburg zu informieren.

Bei der sog. Daseinsfürsorge (Grundversorgung) handelt es sich um die bislang staatliche Aufgabe den Bürgerinnen und Bürger alle zum Leben notwendigen Güter und Leistungen zur Verfügung zu stellen. Bei einer zunehmenden Privatisierung und Übernahme von früher staatlichen Leistungen durch Private, findet eine Diskussion über die weitere Berechtigung der Daseinsfürsorge statt. Auf der einen Seite sieht man die Daseinsfürsorge als unabdingbare staatliche Aufgabe an, die womöglich explizit ins Grundgesetz übernommen werden sollte, auf der anderen Seite glaubt man, dass die freie Wirtschaft sämtliche Aufgaben der Daseinsfürsorge ebenso gewissenhaft und sogar effizienter übernehmen könnte.

Nachdem Thomas Breer die anhaltend positive Entwicklung beim Neukundenzuwachs der Stadtwerke beschrieb, richtete Norbert Witt sein Augenmerk auf die kritische Situation der Billigenergieanbieter wie Teldafax: „Das Unternehmen verkaufte den Strom unter Einkaufspreis und lockte so tausende Kunden. Viele verloren durch Vorkasse-Zahlungen bei der anschließenden Insolvenz ihr Geld. Das dieses unseriöse Geschäftsgebaren von der zuständigen Behörde geduldet wurde ist unverständlich. Die kommunalen Unternehmen und Grundversorger vor Ort müssen in ihre Kalkulationen auch mit den Kunden rechnen, bei denen sie per Gesetz dazu verpflichtet sind diese aufzunehmen. Dazu zählen auch einige, die die erbrachte Leistung auch nicht bezahlen.“

Auch die kommenden Herausforderungen für die Stadtwerke, wie die Umstellung von „L-Gas“ auf „H-Gas“ in 2017, wodurch Nienburg energiereicheres Erdgas erhält, waren Thema. Witt erklärte, dass Nienburg bei der Umstellung erst an 7. Stelle stünde, wodurch alle möglicherweise auftretenden Schwierigkeiten bereits im Vorfeld durch andere Versorger geklärt sein werden.

Die Zuverlässigkeit der kommunalen Stadtwerke, der lokale Bezug, die Arbeitsplätze vor Ort, die soziale Einbringung durch z.B. Sponsoring in die Region und die leichte und direkte Erreichbarkeit sind etwas, das aus meiner Sicht klar für eine Beibehaltung der Daseinsfürsorge spricht. Ich regte zum Abschluss des Besuches einen gemeinsamen Austausch mit den Stadtwerken Schaumburg-Lippe an.

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