Besuch beim CJD Nienburg

Auf Einladung von Leiter Sven Kühtz und dem Pädagogischen Mitarbeiter Abdel-Karim Iraki besuchte ich kürzlich das CJD Nienburg, um mich anlässlich der im Bundestag laufenden Haushaltsdebatte über die Arbeit des Jugendmigrationsdienstes (JMD) zu informieren und um zu erörtern, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auch auf die Arbeit mit Geflüchteten und Migrierten hatte und weiter hat. Die CJD- Leiterin Sabine Pflaum berichtete zudem über die großen Herausforderungen im CJD in der Corona-Zeit. Besonders im ersten Lockdown war die komplexe Einrichtung extrem gefordert.

Die öffentlichen Behörden mussten für den Publikumsverkehr schließen, die Klienten benötigten aber weiterhin persönliche Unterstützung. Die CJD Mitarbeiter hatten da keine Wahl und haben sich in unserer systemrelevanten Einrichtung jeden Tag aufs Neue den zum Teils neuen Anforderungen, besonders auch im Bereich des E-Learnings gestellt.

„Sich in Deutschland zurechtzufinden, ist durch Corona schwieriger geworden“, so Kühtz. Zu den Sprachproblemen, die die meisten Eingewanderten haben, kamen durch die Pandemie noch zahlreiche Regelungen hinzu, die es zu verstehen und zu beachten gäbe und die auch zum neuen Hindernis in der Kommunikation, zum Beispiel bei anstehenden Arztbesuchen oder auch Klärungen von Schulangelegenheiten führte.
„Die 1 zu 1 Beratung der Behörden entfiel. Es liefen Fristen für Aufenthaltsgenehmigungen aus und die Menschen wussten teils nicht, was sie tun sollten. Wir laufen auf allen Vieren“, so Iraki. Viele andere Aufgaben wären durch die Pandemie liegengeblieben.
Die Arbeit des Jugendmigrationsdienstes sehen die drei aber als Erfolg an: „Unsere Jugendlichen sind Erfolgsgeschichten.“ Es sei gut, dass der Bund die JMDs mit einer sicheren Finanzierung ausstattet. Die Integration im ländlichen Raum laufe besser, als in der Großstadt. „Wir haben hier noch den Vorteil, dass man sich kennt. Wir haben hier sehr gut funktionierende Netzwerke wie zum Beispiel NeBeL (NeBeL – Netzwerk der Migrationsberatungsstellen im Landkreis Nienburg/Weser). „Auch mit unseren Partnern vor Ort, unserem Jugendamt, der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter haben wir hier in Nienburg kurze Wege und finden gemeinsam immer Lösungen für Probleme, das gehört für uns zum Alltag. In größeren Einheiten will ich mir das Chaos nicht vorstellen, wenn Jugendamt und Jobcenter plötzlich schließen müssen“, erklärt Pflaum den Vorteil in Nienburg und dem Umland.

Vielen Dank für die Einblicke in die wichtige Integrationsarbeit und dass es Menschen gibt, die diese Arbeit auch mit Herz machen wollen und auch 300% geben, wenn die Situation schwierig wird.

Ich werde mich gerne erneut dafür einsetzen, dass die Mittel für die JMD fließen.

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