Corona Impfungen in Hausarztpraxen ermöglichen

Gemeinsam mit meinen beiden Kollegen Karsten Heineking und Frank Schmädeke habe ich mich heute für eine möglichst schnelle Impfung durch die Hausärzte in Niedersachsen ausgesprochen.
In der aktualisierten Fassung der Impfverordnung werden unter anderem Menschen mit bestimmten Krankheiten in Kategorie II priorisiert. Der Landkreis hat aber keinen Zugriff auf Patientendaten und kann somit auch die Impfberechtigten nicht identifizieren. Dieses Problem ließe sich durch eine Einbindung der Hausärzte umgehen und würde eine effiziente und schnelle Impfung ermöglichen. Da der AstraZeneca Impfstoff in normalen Kühlschränken gelagert werden kann, steht einer Impfung durch die Hausärzte eigentlich nichts im Weg.
In Flächenlandkreisen und im ländlichen Raum wie in Nienburg und Schaumburg sind diese ideal dafür geeignet, dezentrale Impflösungen beim AstraZeneca-Impfstoff zu erproben. Aus Uchte im Landkreis Nienburg ist es eine weite Strecke zum Impfzentrum in Drakenburg. Warum binden wir die Hausärzte nicht ein, um auch wohnortnah Impfangebote anzubieten?
Nach den aktuellen Plänen des niedersächsischen Sozialministeriums soll ab dem 01. April ohnehin in Hausarztpraxen geimpft werden. Wir würden es begrüßen, wenn hier bereits vorher Feldversuche auch unternommen werden, die die Herausforderungen beim Rollout des dezentralen Impfens identifizieren. In Mecklenburg-Vorpommern wird beispielsweise heute bereits in ausgewählten Hausarztpraxen geimpft.
Hierzu werden wir über die CDU-Landtagsfraktion den Kontakt in das Landessozialministerium suchen und auch den dezentralen Impftest in Hausarztpraxen vorschlagen. Dieser Weg entlastet die Bürgerinnen und Bürger indem es weite Strecken in die Impfzentren reduziert, verbessert die Ansprache von Impfberechtigten, da die Hausärzte ihre Patienten kennen und hilft dem Land Niedersachsen erste Erkenntnisse für ein landesweites dezentrales Impfmodell zu gewinnen.
Wir drei freuen uns dabei, dass auch der Kreissprecher der Kassenärztlichen Vereinigung, Dr. Daniel Cording unser Anliegen unterstützt, genauso wie Thorwald Hey, niedergelassener Hausarzt in Bückeburg:
„Die Arztpraxen impfen seit Jahren und haben im Herbst 20 Mio. Grippeimpfungen in Deutschland durchgeführt. Es muss jedoch die Bürokratie deutlich schlanker werden. Aktuell ist das System sehr aufgebläht. Wenn wir die Corvid19-Impfungen wie bei der Grippeimpfung durchführen und uns die Priorisierungs-Gruppen unkompliziert genannt werden, kommen wir auch schnell durch und können die Impfmengen auch schnell verteilen.
Die Terminierung sollte dabei nicht über eine zentrale Vergabe erfolgen, dies hat sich leider in Niedersachsen nicht bewährt. Seit Jahren hat das in den Praxen geklappt, um die Patienten zur Impfung einzubestellen.“

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