„Die Debatten konnten hitzig werden.“

Bei der erneuten Auflage des Planspiels „Jugend und Parlament“ im Deutschen Bundestag schlüpfte die junge Stadthägerin Emelie Sophie Böversen für vier Tage in die Rolle der fiktiven Bundestagsabgeordneten Aline Rosenstein und konnte gemeinsam mit 355 anderen Jugendlichen im Alter von 17 – 20 Jahren in den verschiedensten Rollen die Arbeit im Bundestag lebensecht in Landesgruppen, Fraktionen, Arbeitsgruppen, Ausschüssen sowie am Ende auch im Plenum nachspielen. Emilie war als Mitglied im Verteidigungsausschuss für das Zustandekommen eines Bundeswehr-Auslandsmandats zur Ausweitung der Beteiligung deutscher Streitkräfte an einer EU-geführten Militäroperation im fiktiven Staat Sahelien zuständig. Emilie hatte sich über das Büro des heimischen Bundestagsabgeordneten Maik Beermann (CDU) für die Teilnahme am Planspiel registriert.

Zur Debatte standen in diesen vier Tagen unter anderem auch Entwürfe zu chancengleichen Bewerbungen, zur Einführung von Pfand auf Kaffeebechern und zur Einführung von Elementen direkter Demokratie.

„Die Arbeitsgruppenarbeit und Ausschussarbeit haben mir am meisten Spaß gemacht haben“, zieht Emilie am letzten Tag ihr Fazit, „und man verlässt dieses Planspiel mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Zum einen hat man viele tolle, interessante und vor allem engagierte jungen Menschen kennengelernt, welche man hoffentlich irgendwann wiedersehen wird. Zum anderen hat man eine vorerst einmalige Möglichkeit bekommen die Arbeit des Deutschen Bundestages, eines Abgeordneten und den Bundestag selber kennenzulernen.“

„Es war einfach schön mit so vielen politisch interessierten Jugendlichen zusammen zu sitzen, denn schließlich wird man heute meist im schulischen oder studentischen Kreis für politisches Interesse belächelt. Dazu muss man aber auch sagen, dass Jugendliche aller im Bundestag vertretenen Parteien mitgemacht haben. Es ergab sich also ein Mix aus Parteilosen, der Jungen Alternativen, der Jungen Union, der JUSOS, der Jungen Liberalen sowie der Grünen und Linken Jugend. Dies führte natürlich dazu sich das ein reger Austausch über die Parteigrenzen hinaus nach und während des Planspiels entwickelte.

Die Debatten konnten in den Ausschusssitzungen hitzig werden, aber dafür tauschten wir uns nach dem eigentlichen Programm und in den Pausen, über die realen Parteigrenzen hinweg, ordentlich und meist sehr friedlich über die vorgelegten Gesetze aus. Allgemein stellte man sich irgendwann die Frage, ob es im wirklichen Abgeordneten-Dasein – gerade auch über die Parteigrenzen hinweg – möglich ist Freundschaften zu knüpfen?“, berichtet Emilie.

Was die Studentin neben dem politischen Aspekt noch begeistert hat, war die Möglichkeit, sich frei zwischen den Bundestagsgebäuden zu bewegen. „Für viele Jugendliche war das sicher das heimliche Highlight und eine vielleicht eine einmalige Gelegenheit im Leben“, führt Emilie aus.

Im Anschluss an die Simulation diskutieren die Teilnehmer mit den Spitzenvertretern der Bundestagsfraktionen, wie realitätsgetreu „Jugend und Parlament“ die parlamentarische Arbeit abbildet: „Die Podiumsdiskussion mit Nahles, Schön, Lindner, Bartsch, Hofreiter und Holm gab allen Beteiligten die ergänzende Möglichkeit nochmal persönlich Abgeordnete und Fraktionsvorsitzende zu befragen, wie es denn im Bundestag so zugeht und ob die Arbeit als Abgeordneter zu empfehlen ist. Dabei waren sich alle Abgeordneten einig, dass sie sich keinen schöneren Beruf vorstellen könnten und Lindner schien deutlich erleichtert und glücklich wieder im Bundestag sitzen zu dürfen.“

„Ich freue mich, dass Emilie so viel aus meiner Arbeit mitnehmen konnte und dieses Planspiel nur empfehlen kann. Die Begeisterung, die dabei entsteht zeigt, wie wichtig es ist in jungen Menschen das Interesse an der Politik zu wecken. Auch im nächsten Jahr findet dieses Planspiel wieder statt. Interessierte Jugendlich können sich schon jetzt in meinem Büro unter maik.beermann@bundestag.de vormerken lassen und ich informiere rechtzeitig, sobald der neue Termin feststeht. Ich freue mich über eine rege Teilnahme“, so Maik Beermann abschließend.