Erfahrungsbericht zum Praktikum im Deutschen Bundestag

Von: Marc Andre Heidelmann

In der Zeit vom 10.03. bis zum 14.03.2014 absolvierte ich ein kurzes, dafür aber sehr reichhaltig gefülltes Praktikum im Büro des Bundestagsabgeordneten Maik Beermann. Den Praktikumszeitraum sowie die wesentlichen Modalitäten vereinbarte ich im Vorfeld mit seinem Büroleiter Benjamin Müller, der mir auch während des Praktikums mit Rat und Tat zur Seite stand.

Maik Beermann kannte ich bereits von meiner eigenen kommunalpolitischen Arbeit in der Heimat und insbesondere aus seiner Tätigkeit als langjähriger JU-Kreisvorsitzender. Im Rahmen des Bundestagswahlkampfes entstand schließlich die Idee ein Praktikum bei ihm zu absolvieren. Aufgrund meines Studiums und anderer Verpflichtungen konnte ich leider kein längeres Praktikum machen, was sicherlich noch den ein oder anderen zusätzlichen Einblick ermöglicht hätte. Dennoch konnte ich aufgrund eines umfangreichen und abwechslungsreichen Programmangebotes durch das Berliner Team von Maik Beermann und auch der CDU/CSU- Bundestagsfraktion eine intensive und sicherlich nachhaltig wirkende Zeit verbringen.

 

Praktikant HeidelmannTag 1: Montag, 10.03.2014

Bereits der erste Tag meines Praktikums begann spannend. Nach der Ankunft im Abgeordnetenbüro, holte ich zunächst meinen Hausausweis in der Ausweisstelle ab, mit dem ich mich dann in den einzelnen Gebäuden des Bundestages bewegen konnte. Anschließend bekam ich durch die persönliche Referentin des Abgeordneten, Anke Walther, eine erste Führung durch das Parlamentsgebäude, was mir zunächst einen Überblick über die Größe und Lage der einzelnen Teilbereiche des Bundestages verschaffte. Im darauffolgenden Gespräch mit Maik Beermann und seinem Team erfolgte die Absprache der einzelnen Teilaspekte, die während meiner Praktikumszeit abgedeckt werden würden. So sollten sowohl der Arbeitsalltag im Abgeordnetenbüro, der das kooperative Zusammenspiel zwischen dem politischen Berlin und der Wahlkreisarbeit vor Ort aufzeigen sollte, als auch der parlamentarische Alltag des Abgeordneten selbst zum Gegenstand des Bundestagspraktikums gemacht werden. Nach einigen Fragen über die grundsätzlichen Arbeitsabläufe erfolgte die Einweisung in meine künftigen Tätigkeitsbereiche im Büro, die insbesondere die Unterstützung bei der Wahlkreiskorrespondenz umfasste.

 

Tag 2: 11.03.2014

Der zweite Praktikumstag war bereits ab dem frühen morgen reichhaltig gefüllt. Um neun Uhr begann im Europasaal des Auswertigen Amtes das zweite Forum Deutschland-Portugal, bei dem ich für das Büro Beermann teilnehmen durfte. Unter Beteiligung verschiedener Diskutanten aus Wirtschaft und Politik wurden Perspektiven der strategischen Partnerschaft beider Länder thematisiert. Außerdem standen zentrale Aspekte der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Situationen Portugals und Deutschlands im Mittelpunkt der Debatte und wurden durch Überlegungen zu möglichen Reformen der EU angereichert.

Im direkten Anschluss besuchte ich das Forum Deutsche Bank, das unter dem Thema ‚EU-Skeptiker im Aufwind? Wirtschaftspolitische Implikationen der Europawahl‘ stand. Im Zentrum der Veranstaltung stand die Vorstellung einer Studie zur politischen Ausgangslage EU-kritischer Parteien in den verschiedenen Mitgliedsstaaten und den möglichen Konsequenzen einer gestärkten Position solcher Kräfte nach der Europawahl im Mai 2014. Mit vielen neuen Anregungen und teils sehr überraschenden Erkenntnissen ausgestattet, kehrte ich schließlich ins Büro zurück. Der ereignisreiche zweite Praktikumstag endete für mich mit einem Besuch beim Praktikantenstammtisch, bei dem ich mich mit anderen Praktikanten der Unionsfraktion über die bisher gemachten Erfahrungen austauschen konnte.

 

Tag 3: 12.03.2014

Der dritte Tag begann mit einem Besuch im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technologiefolgenabschätzung. Hiervon versprach ich mir besonders viel und war insofern gespannt auf das, was mich erwarten würde. In den knapp drei Stunden, in denen ich dem Ausschuss beiwohnte, wurden verschiedene Personen aus der Wissenschaft zu unterschiedlichen Themen angehört. Im direkten Anschluss erfolgte ein interessanter Austausch zwischen Politik und Forschung, in dem die stark divergierenden Sichtweisen auf bestimmte Teilaspekte eines speziellen Themenkomplexes deutlich wurden. Anregungen aus Wissenschaft und Forschung beeinflussen das politische Tagesgeschäft enorm und sorgen in vielen Fällen für eine fundierte Orientierung innerhalb des politischen Entscheidungsprozesses. Im Anschluss daran nahm ich an einer Diskussionsrunde mit dem Parlamentarischen Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Max Straubinger teil. Diese Veranstaltung war eines jener Angebote, das vom Praktikantenprogramm der CDU/CSU-Fraktion zur Verfügung gestellt wurde. Viele Praktikanten, die ich bereits vom vorangegangenen Abend kannte, traf ich nun wieder. Gemeinsam stellten wir Max Straubinger viele Fragen, die auch direkt beantwortet wurden und erhielten neben konkreten partei- oder fraktionsinternen Entscheidungen auch sehr individuelle Einschätzungen und Bewertungen zu bestimmten Problematiken.

Am Abend stand erneut ein interessanter Termin auf dem Plan. Ich besuchte eine fraktionsoffene Sitzung zum Thema ‚Afrika-Chancen und Risiken für eine werte- und interessengeleitete Außenpolitik‘ und konnte nun zum ersten Mal den Fraktionssaal der Unionsfraktion sehen. Neben der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und dem Entwicklungshilfeminister Gerd Müller wurde auch hier sowohl Stimmen aus der aktiven Politik, als auch aus der Wissenschaft gehört. Interessant war insbesondere der differenzierte Blick auf die Heterogenität des afrikanischen Kontinentes mit seinen vielen verschiedenen, in sich sehr unterschiedlich gearteten Konflikten, aber auch Chancen für Deutschland und Europa insgesamt.

 

Tag 4: 13.03.2014

Am Morgen besuchte ich erstmals das Plenum. Ich verfolgte gespannt die Reden der Abgeordneten verschiedener Fraktionen und konnte dabei einige völlig neue Erkenntnisse zum parlamentarischen Ablauf gewinnen. Mir war bis zu diesem Zeitpunkt beispielsweise völlig neu, dass Abgeordnete, die zum ersten Mal eine Rede im Plenum halten, von ihren Fraktionskollegen umgehend Gratulationsbekundungen erhalten. Neben mir waren noch andere Praktikanten und Besuchergruppen auf der Besuchertribüne, wobei aber jeder Gast nur für eine begrenzte Zeit den Plenarreden beiwohnen durfte.

Bevor ich zurück ins Abgeordnetenbüro ging, hatte ich noch Zeit auf eigene Faust den Bundestag von innen und außen zu erkunden. Am Nachmittag bekam Maik Beermann eine Schülerbesuchergruppe aus dem heimatlichen Wahlkreis, die im Anschluss an eine Führung durch den Bundestag ein Gespräch mit dem Abgeordneten führen konnte. An dieser Stelle wurde mir wieder einmal bewusst mit wie vielen unterschiedlichen Aufgaben, wozu auch die Rückbindung an den Wahlkreis gehört, ein Bundestagsabgeordneter betraut ist.

 

Beermann Oettinger HeidelmannTag 5: 14.03.2013

Die vielen Facetten des parlamentarischen Alltags, die ich in dieser Woche kennenlernen konnte, wurden am letzten Tag in einem abschließenden Gespräch mit Maik Beermann und seinem Team reflektiert. Auch machten wir noch ein gemeinsames Foto und ließen die gemeinsame Zeit Revue passieren. Für alle war mein Praktikumsaufenthalt ja eine neue Erfahrung, aus der entsprechende Schlüsse für zukünftige Praktikanten gezogen werden können. Schließlich wartete an diesem Tag noch ein besonderes Ereignis auf mich. So lernte ich den EU-Energie- Kommissar Günter Oettinger gemeinsam mit Maik Beermann kennen, was für mich die aufschlussreichen und interessanten Erfahrungen ergänzte. Am späten Nachmittag endete mein Bundestagspraktikum schließlich.
Schlusswort:

Insgesamt kann ich einem jeden jungen Menschen empfehlen, sich für ein solches Praktikum zu bewerben. Vor allem die Vielzahl an Einblicken in die unterschiedlichen Bereiche der Parlamentsarbeit stellt für jeden, der offen für neue Erfahrungen ist, sicherlich eine große Bereicherung dar. Der berufliche oder auch private Nutzen ist zusammen mit den vielen neuen Kontakten, die man in dieser Zeit gewinnt nicht hoch genug zu bewerten.

Ich danke Maik Beermann, der sich trotz seines vollen Terminkalenders engagiert Zeit für mich genommen hat. Auch möchte ich dem Büroteam des Abgeordneten bedanken, das mich zu jeder Zeit unterstützt und gefördert hat.

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