HÄRTERE GESETZE GEGEN KINDESMISSBRAUCH …

HÄRTERE GESETZE GEGEN KINDESMISSBRAUCH

Immer wieder sind wir betroffen, wenn Fälle von Kindesmissbrauch an die Öffentlichkeit gelangen. Als Vater von drei Kindern bin ich jedes Mal besonders erschüttert. Besonders bedrückt bin ich auch, wenn ich höre, dass Fälle von Kindesmissbrauch verjährt sind, weil sich die Opfer jahrelang nicht getraut haben, die Täter zu benennen. Häufig besteht auch eine große Diskrepanz zwischen den daraufhin verhängten Strafen und dem Rechtsempfinden in breiten Teilen der Bevölkerung.

Es ist an der Zeit zu handeln. Daher fordern wir, dass Fälle von Kindesmissbrauch in jedem Fall als Verbrechen, statt nur als Vergehen, eingestuft werden sollen. Dadurch bekommen die Täter eine Mindeststrafe von einem Jahr. Wer im Besitz von Kinderpornografie ist, dem soll eine Haftstrafe von 5 statt nur von 3 Jahren drohen. Es kann nicht sein, dass der einfache Ladendiebstahl mit einem höheren Strafrahmen belegt ist als die Beschaffung von kinderpornografischem Material. Strafen sollen auch abschreckend wirken und der seelische Schaden der Opfer muss mehr Berücksichtigung finden.

Auch bei der Präventionsarbeit müssen wir besser werden: Für eine auf Dauer angelegte Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagne sollte ab dem Jahr 2022 im Bundeshaushalt jährlich ein Betrag von mindestens fünf Millionen Euro bereitgestellt werden. Dadurch wollen wir auf das Thema sensibilisieren und dafür sorgen, dass Warnsignale besser vom Umfeld erkannt werden.