Ich fordere: Die Basis soll entscheiden!

Die Absage des Präsenz-Bundesparteitages im Dezember zur Klärung des Bundesvorsitzes ist aus Infektionsschutzgründen nachvollziehbar – wenn es auch aus meiner Sicht durch die Wahl des richtigen Ortes und der richtigen Maßnahmen vermeidbar gewesen wäre.
Da wir aber als CDU verpflichtet sind, alle zwei Jahre den Vorstand neu zu wählen, sollten wir dies auch zeitnah tun und diese Entscheidung nicht weiter hinauszögern. Wir verwenden bei Bundesparteitagen ein Delegiertensystem. Die Verbände schicken eine klar berechnete Anzahl an Vertretern zum Bundesparteitag, die im Sinne der Mitglieder vor Ort entscheiden sollten – aber an kein Votum gebunden sind. Auch ich war mehrfach Delegierter meines Kreisverbandes. Anders wäre ein Präsenzparteitag auch nicht zu stemmen, wenn dort statt 1.000 Delegierten + Gästen, sich plötzlich 10.000 Mitglieder und Gäste einfinden würden.
Wenn man aber die Präsenzveranstaltung ausfallen lässt, entfällt damit auch die Erforderlichkeit die Personenzahl eines Bundesparteitages zu begrenzen.

Sprich: Wenn ein Delegierter von Zuhause aus abstimmen müsste, könnten es die Mitglieder gleich selbst machen. Ich spreche mich daher für eine Direktwahl des Bundesvorsitzenden per Mitgliederentscheidung aus. Es gibt die technischen Möglichkeiten hierzu und wir eröffnen damit eine neue Ära innerparteilicher Demokratie.
Ein direkter Mitgliederentscheid wird die Position und Legitimation des neuen Vorsitzenden in dieser Krisenzeit stärken. Der Nimbus, die Delegierten hätten nicht im Sinne der Basis entschieden, wird nicht über dem neuen Vorsitzenden schweben.
Ich habe in den letzten Tagen zur Vorsitzendenwahl mehrfach zu den aktuellen Umfragen den Satz gelesen „Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.“ und das zeigt, wie weit sich manche bereits weg von der Basis bewegt haben. Um in der Metapher weiterzusprechen: Der Angler ist es, der sich den Köder passend zum Fisch aussucht, den er fangen will. Er sucht sich auch den Ort aus und die Zeit. Wir sollten deshalb, besonders in dieser Krisenzeit, die Basis entscheiden lassen, was sie will.

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