Infogespräch im Frauenhaus Schaumburg

In der letzten Woche habe ich mich bei der AWO Schaumburg über die Arbeit des Frauenhauses Schaumburg informiert. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen des Frauenhauses und Frau Wolter vom Beirat des Frauenhauses erörterte die Geschäftsführerin Frau Hanauske das Konzept des Frauenhauses. „Im Frauenhaus finden körperlich und /oder seelisch misshandelte und von Gewalt bedrohte Frauen mit ihren Kindern Zuflucht und Schutz.“, so die Geschäftsführerin.

Die Sozialpädagogin Frau Schmidt ergänzte, dass das Frauenhaus grundsätzlich allen volljährigen Frauen, obgleich welcher Nationalität, Religion oder finanzieller Situation offen steht. Die langjährige Mitarbeiterin des Frauenhauses Schaumburg Frau Weide erörterte dem Abgeordneten, dass häusliche Gewalt gegen Frauen und ihren Kinder in allen soziokulturellen Milieus vorkommt.

Das seit 1987 in Schaumburg aktive Frauenhaus bietet Platz für bis zu acht Frauen mit ihren Kindern. Die Finanzierung des Hauses wird von den anwesenden als zufriedenstellend beurteilt, das Land investiert 65.000 Euro in die Personalkosten. Der Landkreis Schaumburg übernimmt im Bereich der „Freiwilligen Leistungen „rund 170.000 Euro.

Die Belegungsquoten sind im Vergleich zum Vorjahr angestiegen, bis Ende September haben bereits über 60 Frauen Schutz im Frauenhaus gesucht. Frau Wolter hebt hervor, dass das Gewaltschutzgesetz, wonach die Polizei Gewalttäter der ehelichen Wohnung verweisen kann, die Arbeit des Frauenhauses erleichtert hat und die Angestellten einen hervorragenden Job leisten. „ Die Mitarbeiter regeln alle anfallenden Aufgaben untereinander und stellen die 24stündige Rufbereitschaft sicher. Wir Schaumburger können stolz auf diese Einrichtung sein.“

Ich stimme dem Schaumburger Frauenhaus zu, dass die Situation der Frauenhäuser je nach Region sehr unterschiedlich sei. Vor allem in Ballungsräumen mit einer hohen Quote an Migranten und Arbeitslosen gebe es andere Schwerpunkte als beispielsweise in ländlichen Regionen.

Wir müssen trotz aller notwendigen Sparmaßnahmen darauf achten, dass Strukturen, die sich in der Vergangenheit als effizient und gut durchstrukturiert erwiesen haben, weiter bestehen bleiben können. Dies erfordert – gerade auch in Hinblick auf die Mittelvergabe – eine differenzierte Analyse der Angebote der Frauenhäuser vor Ort. Die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses entliesen mich nicht nach Berlin, ohne mir eine wichtige Botschaft mit auf den Weg zu geben: Formal können zwar alle Frauen das Frauenhaus aufsuchen, bei der Kostenerstattung von Studentinnen die Bafög beziehen, käme es aber immer wieder zu Problemen. Ich werde mich dieser Fragestellung annehmen und Ihnen die nötigen Informationen zukommen lassen.

 

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