Klarstellung

Aufgrund von Nachfragen, die mich anlässlich meines letzten Posts zum „ersten Zweitakttreffen“ erreicht haben, eine Klarstellung:
Heute früh fand parallel zu dieser Großveranstaltung in Marklohe ein Aktionstag unserer heimischen Landwirte in Rodewald statt. Hierbei wurden 3.000 Unterschriften von Landwirten aus der Region und den Nachbarlandkreisen an die örtlichen Abgeordneten überreicht. Die Tierhalter fordern – völlig zurecht – den Schutz der Weidetiere und bessere, unbürokratische Hilfe.
Wieso war ich dann trotzdem beim Zweitaktreffen in Marklohe – wurde ich gefragt? Die Antwort ist einfach: Als wir heimischen Abgeordneten die Einladung nach Rodewald etwa 2 Wochen vorher erhielten, wusste ich zu diesem Zeitpunkt bereits seit 4 Wochen, dass ich die Eröffnung des Treffens in Marklohe übernehmen darf und hierfür zugesagt habe. Ich habe deshalb mit unserem heimischen Landtagsabgeordneten Frank Schmädeke gesprochen, mit dem ich inhaltlich auf einer Linie liege, um zu klären, ob er hingeht, damit die Landwirte mindestens einen heimischen CDU-Abgeordneten als Ansprechpartner haben. Auch eine Großveranstaltung wie das Zweitakttreffen erfordert eine lange und aufwändige Vorbereitung und auch hier hat man sich darauf verlassen, dass ich meine Zusage halte.
Heißt das nun, mir sind die Tierhalter egal? Nein, und wer so argumentiert, spielt ein unfaires Spiel, denn meine regelmäßig geäußerte Position zum Wolf hat sich in keiner Art und Weise geändert! Hätte ich die Veranstaltung in Marklohe abgesagt, hätte man mir vorwerfen können, dass mir die Veranstaltungsbranche und die Gastronomie egal sind. Man sollte hier also nicht gegeneinander ausspielen.
Ich unterstütze seit Jahren die Forderung der Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht und setze mich hierbei in Berlin dafür ein. Ich habe mich erfolgreich dafür eingesetzt die Forderung nach der Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht, in das Regierungsprogramm der CDU aufzunehmen. Niedersachsen ist hier auf einem guten Weg und der Bund muss sich der Realität stellen, dass es keine unkontrollierte Vermehrung des Wolfes in Deutschland geben darf. Schon jetzt ist unsere Wolfszahl höher als die mancher „Musterländer“ in der EU, die dazu auch noch Obergrenzen haben. Die Entnahme von aggressiven Tieren und Tieren ohne Scheu ist ein Muss, um Akzeptanz zu wahren und das Verhalten als tendenziell scheues Tier aufrecht zu erhalten. Auch muss der Wolf dort kontrolliert werden, wo er andere seltene Tiere, wie z.B. das Muffelwild in Schaumburg, gefährdet. Tierhalter brauchen unbürokratische Hilfen in Schadensfällen und beim Aufbau von Schutzmaßnahmen. Dort, wo die Population des Wolfes überlebensfähig ist, muss eine Populationskontrolle statfinden.
Ich habe die 3.000 Unterschriften heute nicht entgegengenommen, weil ich eine früher getroffene Zusage gehalten habe und ich weiß auch ohne diesen symbolischen Akt, wie wichtig das Thema ist, welches von Umwelt- und Naturschützern gern auf dem Rücken unserer Tierhalter ausgetragen wird.
Am Ende bin auch ich nur ein Mensch, der sich weder teilen noch klonen kann.
Foto: Austausch mit Weidetierhaltern aus Schaumburg; September 2020
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