Mittagsgespräch mit der Kreishandwerkerschaft

Integration von Flüchtlingen, Probleme des Fleischerhandwerks sowie Forderungen nach Gesetzesänderungen beim Werkvertragsrecht im Schaumburger Land

Mittagsgespräch mit der KreishandwerkerschaftAuf Initiative der Kreishandwerkerschaft wurde ein Gespräch zwischen dem Bundestagsabgeordneten Maik Beermann, dem Geschäftsführer Fritz Pape und dem Vertreter der Bäcker-und Fleischer-Innung Schaumburg, Walter Hardekopf anberaumt. Bei diesem notwendigen Termin wurden einige Themen besprochen, die den lokalen Handwerksbetrieben große Sorgen bereiten.
Ein Ende der Ungleichbehandlung kleiner und mittlerer Handwerksunternehmen vor allem im Fleischergewerbe wird bereits seit längerer Zeit gefordert. Verstärkte Kostenbelastungen durch amtliche Gebührenerhebungen, das Arbeitszeitgesetz und diverse Dokumentationspflichten sind dabei nur einige der Punkte, die den kleineren und mittleren Betrieben des Fleischerhandwerks aber auch des Bäckerhandwerks nicht nur im Schaumburger Land das wirtschaftliche Überleben erschweren.
Zusätzlich verkompliziert wird die Situation dadurch, dass viele Gesetze und Verordnungen entweder von europäischer, nationaler oder föderaler Seite erlassen werden. Viele der von der Europäischen Union erlassenen Gesetze zum Fleischerhandwerk sind in Niedersachsen bereits in die Tat umgesetzt, in anderen Bundesländern aber noch nicht.
Probleme bereiten dem Fleischerhandwerk vor allem die vielen Gutachten, die im Rahmen von neuen Verordnungen von Gesundheitsämtern und Veterinärämtern auf Grundlage der Vorschriften durchgeführt werden. Diese Gutachten sind teilweise mit sehr hohen Kosten verbunden. Die prinzipielle Notwendigkeit der Gutachten stehe außer Frage, jedoch sollte über die Kosten dieser nachgedacht werden, waren sich die anwesenden Gesprächspartner einig. Hardekopf betont in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt des Landkreises Schaumburg.

Herr Beermann sprach sich für eine gerechtere Lösung in Bezug auf die angesprochenen Probleme aus und sagte zu, dies den zuständigen Personen weiterzuleiten. Er sei froh „über jeden Handwerksbetrieb der vor Ort gehalten werden kann“. Der Austausch mit den Vertretern der örtlichen Handwerksbetriebe sei notwendig, um die Probleme dieser Betriebe entsprechend adressieren zu können.
Ein weiterer Punkt der Gesprächsordnung war die Integration von Flüchtlingen in den lokalen Arbeitsmarkt.

Eine erfolgreiche Integration könne nur gelingen, wenn den Menschen hier eine berufliche Perspektive geboten werde, waren sich alle Anwesenden einig. Fritz Pape als Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft sieht den Landkreis Schaumburg in diesem Punkt in einer Vorreiterrolle in Niedersachsen und betonte den großen Bedarf an Lehrlingen und Fachkräften in einigen Branchen des Handwerks. Von Seiten der Politik müssten die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Integration gelingen könne.
Die Gesprächspartner vereinbarten, die besprochenen Themen in Zukunft zu vertiefen und für alle zufrieden stellende Lösungen zu erreichen.

Zudem bat Pape den Bundestagsabgeordneten Beermann hinsichtlich der Frage der Kosten die dem Handwerksbetrieb im Bauhaupt-und Nebengewerbe entstehen wenn es darum geht fehlerhafte Materialien, die der Handwerker nicht zu vertreten hat, auf seine Kosten wieder auszutauschen, denn darauf hat der Kunde ein Anrecht. Zwar wird in der Regel das vom Handwerker verbaute Material Ersetzt wenn es fehlerhaft ist, oftmals aber geht es darum wer die Kosten des erneuten Einbaues trägt? Hier liegt vielfach das Risiko ausschließlich beim Handwerker. Diese Situation ist nicht tragbar und Pape bat Beermann hierbei um Unterstützung, denn es geht momentan in den politischen Entscheidungsprozessen in Berlin darum, dieses zu ändern.

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