Nationale Tourismusstrategie

Kürzlich empfing der heimische Bundestagsabgeordnete Maik Beermann (CDU) Vertreter aus dem Tourismus- und Gaststättengewerbe in Berlin.

Anlässlich des Fachgespräches „Nationale Tourismusstrategie – Wohin geht die Reise?“ der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Vertreter der Tourismusverbände und der DEHOGA aus dem Landkreis Nienburg und dem Schaumburger Land in den Deutschen Bundestag eingeladen.

Zum ersten Mal bekommt Deutschland eine nationale Tourismusstrategie. Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Eckpunkte für die Strategie kürzlich dem Kabinett vorgelegt. Die CDU/CSU-Bundestagfraktion arbeitet nun aktiv an der konkreten Ausgestaltung mit und hat aus diesem Grund auch das Fachgespräch zu diesem Thema initiiert.

„Mit der Strategie machen wir etwas, was es so bisher noch nicht gab: eine Strategie auf nationaler Ebene, die für viele Jahre Handlungsrichtschnur für die Politik sein soll und den Tourismus zukunftsfest macht“, so Staatssekretär Thomas Bareiß beim Fachgespräch der Fraktion. Als nächstes wird ein Aktionsplan mit konkreten Maßnahmen erarbeitet. Alle betroffenen Ministerien sollen einen Beitrag leisten – Tourismus-Mainstreaming sozusagen.

Zum Fachgespräch der Unionsfraktion waren neben Abgeordneten wie dem Fraktionsvorsitzenden Ralph Brinkhaus und seinem Vize Carsten Linnemann zahlreiche Vertreter der Branche gekommen, die ihre Ideen für den Aktionsplan einbrachten. Besonders die Digitalisierung bewegt die Touristiker. So sei es in anderen Ländern bereits jetzt normal, vor einer Buchung die Unterkunft per Virtual Reality zu besuchen, berichtete Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus. Das sieht auch Paul Lehrieder, tourismuspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion: „Online-Buchungsplattformen zum Beispiel verändern die Angebots- und Nachfragestrukturen nachhaltig. Hier müssen wir mit den globalen Entwicklungen Schritt halten“.

Die Tourismus-Branche, die für 7 Prozent der Beschäftigung in Deutschland sorgt, besteht vor allem aus kleinen Betrieben. Diese brauchen Unterstützung, Weiterbildung und Know-How, um bei der Digitalisierung Schritt zu halten. Und sie bräuchten schnelles Internet auch in der Fläche, so Bareiß. Die Digitalisierung könne dann auch die Nachhaltigkeit des Reisens verbessern, da man zum Beispiel Besucherströme besser lenken und Anreize für umweltschonende Angebote setzen könne, so Professor Eric Horster von der Fachhochschule Westküste.

Der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist bei der Ausgestaltung des Aktionsplanes besonders wichtig, dass der Tourismus auch jenseits der Metropolen gestärkt wird. Maik Beermann äußerte sich hierzu: „Ländliche Regionen verfügen über ein reiches kulturelles Erbe, bieten Erholung in der Natur und reiche Traditionen. Der Tourismus ist für ländliche Regionen oft ein Motor der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Er schafft Arbeitsplätze und trägt erheblich dazu bei, dass die Regionen lebens- und liebenswerte Heimat für viele Menschen bleiben.“

Damit der Tourismus dieses Potenzial entfalten kann, müssen die Rahmenbedingungen für die Arbeit im Gastgewerbe verbessert werden. Das Arbeitszeitgesetzt sollte flexibler werden, so einhellige Meinung von Branchenvertretern und Politikern. „Es geht nicht darum, dass mehr gearbeitet wird, sondern darum, den Wünschen der Gäste und auch der Mitarbeiter entgegenzukommen,“ so Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA). Im Hochbetrieb sollen begrenzte Ausnahmen von der Höchstarbeitszeit möglich sein, die an anderen Tagen ausgeglichen werden. Auch wünschen sich die Betriebe, ihren Mitarbeitern Kost und Logis steuerbegünstigt anbieten zu können. Das würde gerade auch die Attraktivität einer Ausbildung in der Branche für junge Leute erhöhen.

Martin Fahrland, Geschäftsführer der Mittelweser-Touristik hob im Anschluss an das Fachgespräch hervor, dass solche Treffen für Ihn sowohl zum informationsgewinn, aber zudem auch zur engeren Vernetzung mit den politischen Entscheidungsträgern in Berlin genutzt werde.

Der stellvertretende DEHOGA-Vorsitzende aus Schaumburg, Klaus Pittack, resümierte dass es gut sei, dass viele Themen des Hotel- und Gaststättengewerbes, wie beispielsweise das Arbeitszeitgesetz oder die unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze auf dieser Veranstaltung diskutiert wurden. Im Gespräch mit seinen Gästen betonte auch Maik Beermann, dass der Kontakt zu den Vertretern des Tourismusgewerbes schon zu Beginn des Entscheidungsfindungsprozesses zur nationalen Tourismusstrategie entscheidend dazu beitragen würde, eine nachhaltige und ergebnisorientierte Strategie zu entwickeln, die sich später auch in der Praxis bewährt.

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