Parlamentarisches Patenschafts-Programm

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm gibt seit 1983  jedes Jahr 285 Schülerinnen und Schüler sowie 75 jungen Berufstätigen die Möglichkeit mit einem Stipendium des Deutschen Bundestages ein Austauschjahr in den USA zu erleben. Zeitgleich sind 350 junge US-Amerikaner zu einem Austauschjahr zu Gast Deutschland. Das PPP ist gemeinsames Programm des Deutschen Bundestages und des US-Congress. Es steht unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten.

Ich bin Pate von Jule-Marie Pickel und Jonas Föge geworden und gerne veröffentliche ich an dieser Stelle Jules Reisebericht, den sie mir zugesendet haben:

Mein Abenteuer Auslandsjahr

Seit einer Woche bin ich nun in den USA, in Indiana, und starte das Abenteuer meines Lebens. Hier werde ich 10 Monate verbringen. Es ist schon so viel passiert, aber ich fange mal vom Abflugtag an:

Ich bin um 5 Uhr morgens aufgestanden, völlig planlos und überhaupt nicht in Auslandsjahr-Stimmung. Mein Koffer war gepackt und alles bereit, außer ich. Doch wir fuhren los zum Flughafen Hannover. Meine Familie, gute Freunde und ein völlig planloses Mädchen.

Es war alles unreal und es hat sich nicht angefühlt als wären das die letzten Minuten mit meiner Familie. Doch irgendwann musste los – zum Sicherheitscheck. Plötzlich stand ich da und musste mich von meiner Familie verabschieden. Es war hart aber zum Glück hab ich das nicht realisiert, denn sonst wäre ich wahrscheinlich einfach dort geblieben. Natürlich habe ich auch geweint und meine Familie auch.
Als ich dann zum Sicherheitscheck ging, total unsicher, mein Handgepäck und mich kontrollieren ließ und plötzlich auf der anderen Seite stand, gingen mir tausend Dinge durch den Kopf.

Plötzlich ist man alleine und steht mit seinem Handgepäck am Gate. Doch zum Glück flog ich mit zwei anderen Austauschschülern, die ich auch von dem Vorbereitungsseminar kannte. Dann flogen wir nach Frankfurt. Dort trafen wir auf ca. 30 andere Stipendiaten. Keiner realisierte wirklich was passiert. Unser Flieger, der riesig war, flog um 13:20 Uhr los. Das letzte mal deutschen Boden zu berühren, hat sich komisch angefühlt. Der Flug ging ca. 9 Stunden, doch mir wurde nicht langweilig, denn ich habe das Abschiedsbuch meiner Familie und meiner Freunde gelesen. Wir kamen um 15:50 Uhr Ortszeit in Washington DC an (21:50 Deutschland), doch ich hatte kein Zeitgefühl.

Hier trennten sich unsere Wege, alle flogen in verschiedene Richtungen. Ich wartete mit 3 anderen Mädchen 6 Stunden und wir flogen dann nachts nach Indianapolis.
Dort kamen wir dann um ca. 00:00 Uhr Ortszeit an (06:00) und langsam merkte ich dass ich seit über 24 Stunden unterwegs bin.

Ich war sehr aufgeregt, denn hinter dieser einen Wand, wartete meine Gastfamilie, mein neues Leben. Doch wir alle atmeten tief durch und gingen den Gang entlang.

Es war toll! Ich wurde mit einem Schild herzlich empfangen und begrüßt. Ich verabschiedete mich von den anderen Drei und wir fuhren nach Hause. Es war nachts, dunkel und ich war totmüde. Doch in meinem neuen Zuhause angekommen, konnte ich einfach nicht schlafen!

Nächsten morgen, also Freitag, sind wir dann in meine High School gefahren, um meine Fächer zuwählen. Ich habe:

US History
Ceramics (Keramik, also Kunst)
French
English
Geometry
Intermediate Concert Band (Orchester)

Diesen Stundenplan habe ich jeden Tag von 07:35- 14:45 Uhr.

Meine Schule ist riesig, aber ich finde sie toll und so wie man sich das vorstellt, mit den Schließfächern in jedem Gang. Wir haben einen kurzen Rundgang zu meinen Räumen gemacht und sind dann wieder nach Hause gefahren. Dann wollte ich um 17 Uhr ein kleines Nickerchen machen, bin dann aber plötzlich um fünf morgens wieder aufgewacht.. Ich habe 12 Stunden durchgeschlafen…

Jetzt habe ich meine erste Schulwoche rum und muss sagen, dass es echt anstrengend ist, aber der Unterricht ist nicht so anstrengend wie in Deutschland. Ich habe schon mit vielen Leuten gesprochen und hier sind viele echt hilfsbereit.

Übrigens bin Ich im Soccer Team. Wir haben jeden Tag nach der Schule Training und ich bin echt platt danach. Ich hoffe so das wirklich fettige Essen auszugleichen. Das Team ist echt cool und witzig und am Samstag nach dem ersten Spiel haben wir eine Poolparty, auf die ich mich schon richtig freue.

Kleine Notizen:
1. Habe schon Amish People gesehn!
2. Fahre mit dem gelben Bus zur Schule
3. Amerikaner können kein Französich sprechen

Wer mein Jahr verfolgen will kann sich mein Blog ansehen julegoesabroad.wordpress.com 🙂
Ich bin dankbar für dieses Erlebnis und genieße jede Minute.

Liebe Grüße aus den Staaten!“