Pflege braucht mehr Wertschätzung

Frauen Union Nienburg informiert zum Thema Ambulante Pflege

Nienburg: Wir möchten für die uns zur Pflege anvertrauten Menschen da sein, uns die nötige Zeit nehmen können, auch mal für ein persönliches Wort. Doch in der Praxis sieht das leider anders aus. Da ist alles bis ins Detail geregelt, festgeschrieben und vorgeben, für jede einzelne Pflegestufe. Das Zeitraster ist straff strukturiert, jeder Arbeitsschritt muss dokumentiert werden, das ist wichtig,  kostet aber natürlich auch Zeit.  Maike Kruse, vom ambulanten Pflegedienst in Hoya, informierte über das komplexe Thema „Ambulante Pflege“ im Hotel „Zur Krone“. „Weniger Papierkrieg würde da schon enorm weiterhelfen“ ist sich die Fachfrau sicher.

Christa Stigge, Vorsitzende der Frauen Union, hatte die versierte examinierte Pflegerin nach Nienburg eingeladen, um sich gemeinsam mit interessierten Frauen, Bundestagkandidaten Maik Beerman und CDU-Kreisvorsitzenden Dr. Frank Schmädeke über eine Verbesserung im Bereich der ambulanten Pflege zu informieren und auszutauschen.

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird in den kommenden Jahren kontinuierlich steigen. Allein in den letzten 10 Jahren stieg in Niedersachsen die Anzahl der pflegebedürftigen Heimbewohner um 45% und die der ambulant versorgten Menschen um 57%. Sowohl die körperliche Belastung als auch die geistige Erschöpfung der Pflegekräfte ist im Vergleich zu anderen Berufsgruppen  hoch. Dazu kommen noch viele zu leistende Überstunden. Hier sind Anpassungsmaßnahmen unerlässlich, macht Christa Stigge deutlich.

Maike Kruse hat für die Zukunft einen großen Wunsch für ihren Berufsstand.  Weniger Zeit an Dokumenten arbeiten zu müssen und mehr Zeit mit den Menschen verbringen zu können. Außerdem  werden dringend geeignete Schulen benötigt, um Nachwuchskräfte entsprechend ausbilden zu können.

Maik Beermann unterstreicht: „Der Bedarf an Pflegekräften ist groß, nach Lösungsmöglichkeiten, die der Verbesserung im Pflegebereich dienen, muss gesucht und gearbeitet werden. Die Pflegekräfte brauchen für die Erfüllung ihrer Aufgaben unsere Unterstützung“.

Auch Kreisvorsitzender Dr. Frank Schmädeke sieht es an der Zeit, entsprechende Rahmenbedingungen für diesen Berufszweig auszuarbeiten. Die Zeit für die Zuwendung der zu pflegenden Menschen sollte hier unbedingt die nötige Berücksichtigung finden.

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