Schwierige Situation am Milchmarkt – Zu Besuch bei Frischli

frischli BesichtigungDie schwierige Situation am Milchmarkt stellt die Landwirte in ganz Deutschland und damit auch im Landkreis Nienburg vor große Herausforderungen. Um ein umfassendes Meinungsbild zu erhalten und um das heimische Unternehmen näher kennenlernen zu können, traf sich der Bundestagsabgeordnete Maik Beermann (CDU) kürzlich mit Hans Holtorf, einem Mitglied der Geschäftsführung der frischli-Molkerei in Rehburg-Loccum.

Hans Holtorf erörterte Beermann zunächst die Historie und die Produktion der in vierter Generation agierenden Molkerei: „Wir sind als inhabergeführtes Unternehmen längst über die Grenzen Niedersachsens hinausgewachsen. Neben dem Stammwerk in Rehburg- Loccum verfügen die frischli Milchwerke über Produktionsstätten in Sachsen-Anhalt und in Bayern. In unserem Stammwerk hier in Rehburg-Loccum produzieren wir H-Milch, Milchpulver und Sahne.“

1995 wurde die früher produzierte Ostmarke „Leckermäulchen“ wieder eingeführt. Das Leckermäulchen ist zu einer wichtigen eigenständigen Marke herangewachsen und hat mittlerweile Gesamtdeutschland erreicht. „Insbesondere im Bereich der Großverbraucher und der Gastronomie sind wir in den vergangen Jahren zu einem strategischen Partner geworden“, erklärt der Geschäftsführer.

Der Abgeordnete Beermann zeigte sich ebenso interessiert an der im letzten Jahr in Betrieb genommenen Milchtrocknungsanlage. „Wir haben uns zum Bau dieser Anlage entschieden, da es vor 10 Jahren die politischen Entscheidungen gegeben hat, den Milchmarkt zu öffnen und der Milchpreis daher ins Schwanken geraten ist. Milchpulver stellt für uns und unsere landwirtschaftlichen Partner eine Möglichkeit auf diese zu reagieren“, so Holtorf. Er verdeutlichte, dass der Export einen wichtigen Teil des Handels abbilde und das derzeitige Handelsembargo gegen Russland sowie der Wegbruch des chinesischen Absatzmarktes die derzeitige Situation verschärfen. Gemeinsam mit den Landwirten suche man derzeit Lösungsansätze um am volatilen Markt bestehen zu können.

„Der kürzlich veröffentlichte Landwirtschaftsbericht der chinesischen Regierung macht hier Hoffnung. Man erwartet in den kommenden 5 Jahren eine Steigerung der Milchimporte um 43 Prozent. Dies hängt auch damit zusammen, dass es Paaren in China seit Jahresbeginn 2016 erlaubt ist zwei Kinder statt nur eines zu haben“, merkt Beermann an.

Einig sind sich der Abgeordnete und die Geschäftsleitung der Molkerei, dass sowohl die Politik als auch die Molkereien nur korrektiv wirken können. Eine Rückkehr zum alten System komme nicht in Betracht.

frischli Besuchergruppe

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