SuedLink: Beermann bewertet die Stellungnahme der Bundesnetzagentur

„Nach der sehr kritischen Bewertung der bisherigen Planungsarbeit von TenneT durch die Bundesnetzagentur muss der Netzbetreiber für den SuedLink jetzt intensiv einen Trassenverlauf entlang des Ostkorridors prüfen“, verlangt der heimische CDU- Bundestagsabgeordnete Maik Beermann.

Maik Beermann hatte bereits vor einigen Wochen mitgeteilt, dass der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, schon in einer Gesprächsrunde von Bundestagsabgeordneten, deren Wahlkreise von der SuedLink-Trasse betroffen sind, eine unzureichende Alternativplanung durch Tennet moniert.

Seit Bekanntwerden, dass eine alternative Trassenführung die Landkreise Nienburg und Schaumburg betreffen könnten, hat sich Beermann der Arbeitsgruppe SuedLink angeschlossen, in der, gemeinsam mit verschiedenen überparteilichen Kollegen, zusammen der Auswahlprozess für die Vorzugstrasse politisch beobachtet und begleitet wird.
Mit der jetzt veröffentlichten Stellungnahme muss nach Beermanns Einschätzung das Planungsunternehmen Tennet seinen Antragsentwurf noch einmal komplett überarbeiten.

„Es sei bisher von Tennet nicht nachvollziehbar erklärt worden, weshalb ein Trassenverlauf über Mecklenburg, Nord-Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen, insbesondere unter dem Gesichtspunkt der erkennbaren Umweltauswirkungen und raumordnerischer Konflikte, nicht viel besser sei“, so Beermann.

„Auch dieser Trassenverlauf muss in einem umfassenden Konzept berücksichtigt werden“, betont der Abgeordnete.

Nach Ansicht des CDU-Bundestagsabgeordneten ist auch die Vorgehensweise von Tennet, sämtliche öffentlich gemachten Alternativvorschläge zum Gegenstand des Antragsverfahrens zu machen, gescheitert. Zu Recht habe die Bundesnetzagentur kritisiert, dass diese Alternativen durch Tennet nicht genauso intensiv untersucht wurden, wie die bisherige Vorzugstrasse. Es seien auch in seinem Wahlkreis viele Menschen verunsichert worden wegen der Trassenalternativen, die sich im Ergebnis als nicht planerisch durchführbar erweisen würden. Maik Beermann verweist in diesem Zusammenhang nochmals auf die Erkenntnisse des Runden Tisches zum SuedLink, in dem eine Vielzahl offener Punkte gesammelt worden sind.

Zustimmung erfährt die Bundesnetzagentur ebenso in ihrer Kritik, das Tennet in einer ganzen Reihe von Fällen sich die Situation vor Ort auch nicht hinreichend angesehen habe. Es fehle an einer detaillierten Darstellung der Raum- und Umweltsituation der betroffenen Gebiete durch Aufschlüsselung der Raumwiderstandklassen.
„Die Besonderheiten unserer Region müssen in die Bewertung der Trasse miteinfließen“, fordert Beermann.

Es sei bisher viel zu wenig erkennbar geworden, auf Grund welcher Belange Korridore als Trassen in Betracht gezogen oder von vorherein ausgeschlossen worden seien. Er stimme den Bürgerinitiativen in seinem Wahlkreis zu, dass die bisher von Tennet vorgelegten Unterlagen viel zu wenig erkennen lassen, nach welchen Kriterien die vermeintlich beste Trasse gesucht werden könne. Insofern könne man zum jetzigen Stand die Öffentlichkeit die Entscheidungen des Netzbetreibers gar nicht nachvollziehen und eine Antragskonferenz sei so nicht möglich. Nun kommt es darauf an, dass die Entscheidungskriterien transparent werden und weitere Details bekannt werden. Der Prozess wird sich erheblich verzögern, da die Nacharbeiten und die abschließende Prüfung durch die Bundesnetzagentur Zeit benötigt, die im Projektplan nicht vorgesehen ist.