Tour am Tag des offenen Denkmals

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des Tag des offenen Denkmals. Mein JU-Freund Viktor Jahn hatte für diesen Tag eine interessante Tour ausgearbeitet, die wir gemeinsam abgefahren sind:

Station 1: Als erstes ging es nach Bad Rehburg. Aus seinem Dornröschenschlaf ist Rehburg-Loccums kleinster Ortsteil Bad Rehburg zu Beginn des 21. Jahrhunderts erwacht, als Rat und Verwaltung sich entschlossen, die verfallenden historischen Kuranlagen zu restaurieren. In der Zeit der Romantik gelangte die Kunde von der heilenden Wirkung der Quellen bis in das hannoversche Königshaus. Um 1840 weilte Königin Friederike samt Hofstaat mehrfach in dem Kurort, ihr Mann Ernst August stiftete die Friederiken-Kapelle. Die Quellen sind heute versiegt, doch die „Romantik Bad Rehburg“ ist wiedererwacht – aus einer der wenigen erhaltenen Kuranlagen der Romantik ist ein Kulturzentrum geworden, dass mit Museum, Ausstellungen, Konzerten und Kleinkunst einen hervorragenden Ruf genießt.
Unsere Führerin Frau Aust hat uns viele interessante Dinge vermittelt und erklärt. Entlang der Promenaden die durch den historischen Wald mit alten Baumbeständen und tollen Aussichtspunkten führte, konnten wir bei herrlichstem Wetter sogar das Steinhuder Meer sehen.

Station 2: Weiter ging es nach Rehburg ins Heimatmuseum. Wie war das früher, vor 50 Jahren, vor 100 Jahren oder auch – weit zurück – im 13. Jahrhundert? Ein Bild von der Geschichte der Stadt Rehburg und dem, was vor der Verleihung der Stadtrechte dort war, können sich Besucher des Rehburger Heimatmuseums anhand der vielen Ausstellungsstücke machen, die der Bürger- und Heimatverein zusammengetragen und in den Räumen des verwinkelten kleinen Fachwerkbaus ausgestellt hat. Das ist spannend, das lässt die Jahrhunderte zuvor lebendig werden. Ein Besuch in dem kleinen, liebevoll eingerichteten Museum lohnt sich.

Station 3: Die Ahrbecker Windmühle in Wenden wurde 1870 in Wenden aufgebaut und bis 1930 betrieben. Bei dem Aufbau handelt es sich um eine so genannte Bockwindmühle, jedoch um eine der ältesten erhaltenen Windmühlen in Niedersachsen. Erwiesen ist, dass sie nicht neu gebaut sonder nach Wenden umgesiedelt und wieder aufgebaut wurde. Das im Hammer angegebene Datum 1681 ist vermutlich das Baujahr der Mühle. Das besondere an der Mühle ist, dass sie mit drei Mahlgängen ausgerüstet ist, dem großen und kleinen Mahlgang sowie dem Graupengang.
Die Restaurierung der Ahrbecker Bockwindmühle wurde 2005 abgeschlossen. Dieses ist dem engagierten Mühlenverein zu verdanken, dem Otto Könemann aus Steimbke vorsitzt. Viel mehr muss dem Verein dafür gedankt werden, dass sie ein Stück Kulturgut vorhalten um der jungen Generation bzw. der gesamten Nachwelt zu zeigen, wie hart früher gearbeitet werden musste um nicht nur Schrot als Futter für die Tiere herzustellen, sondern auch Mehl um Brot zu backen.

„Lieber Otto, bleibt noch viele Jahre so aktiv und vor allem gesund, damit noch viele Menschen sich von eurer Arbeit überzeugen können!“

Station 4: Der Abschluss meiner Tour fand in Stöckse statt, dort wurde ein Kartoffelfest zusammen mit dem 50-jährigen Jubiläum der Kartoffeldämpfanlage der Familien Kuhlmann/Spreen gefeiert. Die Dämpfanlage in Stöckse hat der Landwirt Heinrich Kuhlmann 1962 auf seiner Hofstelle gebaut, gemeinsam mit einem Anlagenbetreiber aus einem Nachbarort. Hersteller war die – heute nicht mehr bestehende – Firma Bruns aus Bad Zwischenahn. Die Anlage nahm am 24. August 1962 ihren Betrieb auf. Die Kartoffeldämpferei war ein saisonaler landwirtschaftlicher Nebenerwerb. Die Anlage war jährlich vom Beginn der Kartoffelernte ab Ende August über einige Monate bis maximal Mitte Dezember in Betrieb. Als Ehrengast konnten wir unseren Ministerpräsidenten David McAllister begrüßen. Er hob hervor, dass die sanierte Kartoffeldämpfanlage die noch einzig bestehende Anlage in ganz Deutschland sei und somit ein Technikdenkmal erhalten wurde, welches bundesweit als Alleinstellungsmerkmal anzusehen ist. Begrüßt wurde unser Ministerpräsident in der mit gut 400 Personen gefüllten Festscheune von seinem Landtagskollegen Jan Ahlers – natürlich musikalisch.
Alle anwesenden Gäste sangen zur Begrüßung unseres Ministerpräsidenten das Niedersachsenlied. Sichtlich beeindruckt stimmte David McAllister gleich mit ein. Er machte deutlich, dass es diese Anlage nicht gegeben hätte, wenn Heinrich Kuhlmann 1962 nicht den Mut gehabt hätte diese Anlage zu bauen und ferner Dr. Holger Spreen nicht den Mut gehabt hätte diese zu sanieren, um heute den landwirtschaftlich interessierten Menschen eine Attraktion zu bieten.
Man  hat auch in Stöckse gesehen, dass wir einen Ministerpräsidenten zum Anfassen haben, der mit den Bürgern spricht, den Sitzkomfort von Oldtimerschleppern testet und auch zu seinen Landtagskollegen ein freundschaftliches Verhältnis pflegt. Zu mir sagte er:

„Du Maik, ich muss dir da noch einmal was erzählen. Wenn ich in Cuxhaven meinen Urlaub verbringe biete ich in der Zeit einen Strandkorbsprechtag an – alle Urlauber die sich mit mir unterhalten möchten oder Fragen haben sind eingeladen. Ich frage die Urlauber immer, wo sie herkommen und was die CDU vor Ort so macht. Da bekam ich von einem Urlaubspaar aus Nienburg die Antwort: „Bei uns gibt es jetzt so einen jungen Mann von der CDU der für den Bundestag kandidieren möchte“, meine Antwort: Maik Beermann, den kenne ich, dass ist nen guter Mann! Da war das Urlaubspaar schon etwas überrascht, dass ich dich persönlich kenne.“

Wenn man so eine Nachricht vom Ministerpräsidenten bekommt, dann ist die Freude darüber riesengroß!

Den Familien Kuhlmann und Spreen muss man danken, dass diese Anlage restauriert wurde und somit etwas erhalten bleibt, was es in Deutschland nur noch in Stöckse gibt. Im Ganzen darf ich feststellen, dass es so tolle Kulturstätten und Denkmäler gibt, die Nienburg, Schaumburg und auch Niedersachsen vielfältig machen. Vor allem aber stecken immer Menschen dahinter, denen es ein Anliegen ist Altes zu erhalten und der Nachwelt zur Verfügung zu stellen und weiterzugeben – dafür sage ich Danke.