Tour de Maik: Gespräch mit Sauenhaltern

2016 8 29 SauenhalterAuf Einladung des Sauenhalters Rainer Bartels zu einem gemeinsamen Treffen von Sauenhaltern aus dem Landkreis Nienburg, besuchte ich heute Bartels Hof.

Die anwesenden Sauenhalter machten deutlich auf die aktuellen Missstände und die damit verbundenen wirtschaftlichen Probleme ihrer Betriebe aufmerksam. Es sei nicht so, dass man den neuen Anforderungen des Tierschutzes nicht freiwillig nachkommen wolle, jedoch ließen schlechte Erzeugerpreise in Verbindung mit dauernden Investitionen zur Umsetzung neuer gesetzlicher Umwelt- und Tierschutzauflagen den Betrieben „keine Luft zum Atmen“ bzw. zur Weiterentwicklung.

„Was vor 10 Jahren noch richtig war, ist heute mit einem Mal alles falsch! Wie sollen wir da für die Zukunft planen, geschweige denn unsere Betriebe an die nächste Generation übergeben?“, so Rainer Bartels. Schnell wurde klar, dass landwirtschaftliche Sauenhalter umgehend verlässliche Rahmenbedingungen brauchen, um für die Zukunft planen zu können. Alle Anwesenden waren sich einig darüber, dass es legitim und notwendig sei, die Anforderungen an Baurecht, Emissionsschutz und Tierschutz an neue Standards anzupassen. Für genehmigte Stallungen müsse es jedoch ökonomisch vertretbare Übergangsregelungen geben, um diese entweder den neuen Anforderungen anzupassen oder diese ggf. auch einfach „auslaufen“ zu lassen.

Ich pflichtete den Anwesenden bei und unterstrich, den geäußerten Unmut gut zu verstehen. Ich sage deutlich, dass es nicht nur an der Landespolitik liegt, sondern auch der Bund keine klaren Perspektiven aufzeigt. Wenn wir unsere landwirtschaftlichen Familienbetriebe weiterhin so gängeln, dann wird es irgendwann keinen ländlichen Raum mehr geben, weil es dort keine Landwirtschaft mehr gibt.

Vor dem Hintergrund, dass an der Gesprächsrunde drei Generationen der Familie Bartels teilnahmen, mahnte der CDU-Kreisvorsitzende Dr. Frank Schmädeke abschließend: „Auf landwirtschaftlichen Familienbetrieben wird nicht in Legislaturperioden geplant, sondern in Generationen – und dieses ist u.a. ein Garant für den Erhalt unseres lebenswerten ländlichen Raumes mit all seinen Funktionen – früher – heute und morgen. Nur langfristig verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen sind ein Garant dafür, diesen Generationsvertrag zu stützen und damit unseren bäuerlichen Familienbetrieben das Überleben zu sichern“.

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