Tour de Maik Tag 0️1

Der erste Tag meiner Sommertour auf dem Rad führte mich von Wendenborstel nach Rohrsen über Drakenburg nach Neulohe. Immer mit dabei auch mein 1,5m-Abstands-Tourschild, auf dem sich meine Gastgeber auch in diesem Jahr verewigen können:

In Rohrsen an der B215 Richtung Haßbergen habe ich den mobilen Hühnerstall von Tamara Müller und Johannes Vogel vom Hof Vogel besucht und mich über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Landwirtschaft ausgetauscht. Der mobile Hühnerstall mit Selbstbedienung erfuhr durch die Pandemie einen hohen Andrang und die angebotenen frischen Freiland-Eier, Kartoffeln und selbstgemachten Nudeln waren regelmäßig schnell vergriffen. Leider stieg auch gleichzeitig der Anteil der weniger ehrlichen Kunden, doch das entmutigt Tamara und Johannes nicht, denn sie planen bereits den Ausbau des Hühnerstalls. Sorgen bereitet hingegen die Düngeverordnung. Obwohl deutlich nähere Nitrat-Messpunkte in der nähe sind – die keinerlei Belastung des Grundwassers anzeigen – müssen sich die Felder der beiden anhand eines Messpunktes bei Dörverden bewerten lassen und gelten als sog. „rotes Gebiet“ und soll daher eine 20% Unterdüngung erfahren. Dies wird absehbar zu Ernteeinbußen auf ihren landwirtschaftlichen Flächen führen – bei gleichbleibenden bzw. steigenden Kosten. Das Land muss hier ernst machen und die Messstellen prüfen und differenzierter betrachten.

Weiter ging es zum Drakenburgring nach Drakenburg. Hier betreiben Marco und Sarah Brehm mit Herzblut seit 6 Jahren die Kartbahn „von Kartfahrern für Kartfahrer“. Die Corona-Pandemie traf die beiden hart, doch die Soforthilfen haben sie gerade so über Wasser gehalten. Mittlerweile haben sie wieder geöffnet und planen ab den Sommerferien wieder einen durchgängigen 7-Tage Betrieb anzubieten. Die Zeit wurde genutzt die Anlage in Schuss zu bringen und auch die Strecke anzupassen. Familie Brehm nimmt ihr Hygienekonzept ernst und kann berichten, dass es von den Besuchern gut angenommen wird. Gewünscht hätten sich die beiden dennoch individuelle Regelungen in der Pandemie. Zu oft hatten sie das Gefühl, dass der Fußball den Takt der Verordnungen vorgab und selbst Behörden Probleme damit hatten die Verordnungen zu verstehen. Marco und Sarah hoffen nun auf eine gute Sommersaison und zahlreiche Gäste. Vielen Dank für den Einblick und toll, dass ihr mit dem Einsatz von benzolfreien Sprit auch auf diesem Wege an die Gesundheit der Gäste denkt! An meine schnellste Zeit aus dem letzten Jahr mit der Jungen Union konnte ich mich nicht erinnern, doch ich habe mir sagen lassen, dass der Rekord für die aktuelle Bahn bei 33 Sekunden liegt. Mal sehen wer diesen bricht?

Beim letzten Termin für den ersten Tag ging es im Neuloher Hof zum Treffen des DEHOGA-Kreisverbandes Nienburg unter dem 1. Vorsitzenden Friedrich-Wilhelm Gallmeyer. Das Hotel- & Gastrogewerbe trafen die Corona-Maßnahmen ebenfalls schwer und auch jetzt noch muss man sich an zahlreiche Auflagen halten, die teilweise zu Unmut führen, da sie als nicht gerecht empfunden werden. Kritisiert wird vor allem, dass die Regelungen in den Bundesländern Bremen und NRW sich deutlich von denen in Niedersachsen unterscheiden. Während in Bremen und NRW sich bereits über 100 Menschen zu privaten Feiern und Hochzeiten etc. treffen dürfen, sind es in Niedersachen trotz neuer Verordnung weiterhin bis Ende August nur 50. Hier sieht man dringenden Handlungsbedarf, denn diese beiden Bundesländer sind nur einen Katzensprung vom Landkreis Nienburg entfernt. Gallmeyer lobte Althusmanns Unterstützung bei der Wiedereröffnung der Gastronomie im Mai, doch wurden die Schritte danach immer zögerlicher. Ich hab zugesagt, mich diesbezüglich an unseren Wirtschaftsminister zu wenden und die Sorgen vorzutragen.

Gefreut habe ich mich am Ende des Tages auch, dass auch meine mobile Sprechstunde angenommen wurde und zwei Bürgerinnen und Bürger mich von Drakenburg nach Neulohe begleitet haben.

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