☁️🚴 TOUR DE MAIK TAG 03

Meine heutige Strecke führte mich von Nienburgs Altstadt über den Nienburger Südring, mit einem kleinen Abstecher zum Weser Beach, ab nach Pennigsehl. Kultur, Medizinprodukte, die Veranstaltungsbranche und der Katastrophenschutz standen auf dem Programm:

🎭 Bei meiner ersten Station beim Theater auf dem Hornwerk führten mich Wolfgang Lange und Jörg Meyer hinter die Kulissen des Nienburger Theaters. War das coronabedingte Spielverbot schon ein Schock für die Kultur in Nienburg, so macht ausgerechnet die Möglichkeit wieder Aufführungen durchführen zu können, noch mehr Kopfzerbrechen, denn bei jeder Aufführung – mit eingehaltenen Abstandsregelungen – spielt das Theater einen großen Verlust ein. Das Theater in Nienburg hat eine kreisweite Strahlkraft, doch trägt die Stadt als kommunaler Träger den Bärenanteil der Finanzierung. Die Hoffnung ist, dass die Abstandsregelungen, beim aktuell niedrigen Infektionsgeschehen, auf den Prüfstand kommen und dass es eine finanzielle Unterstützung seitens des Landes gibt.

📚 Im Rathaus in Stadt Nienburg/Weser habe ich mir daraufhin von Bürgermeister Henning Onkes kurze Einblicke in die aktuellen Planungen zur Wissensburg geben lassen. Ein ambitioniertes Projekt ist hier im Werden.

🏥 Anschließend ging es zur Medbuy GmbH an den Südring, wo gerade die neue Firmenzentrale entsteht. Das erst 2015 in einer Garage gegründete Unternehmen ist bereits zweitgrößter Vertreiber von AED Defibrillatoren in Deutschland. Diese können mit Einweisung von praktisch jeder Person im Notfall genutzt werden und so Menschenleben retten, bevor der Rettungsdienst eintrifft. In der Krise brach hier die Nachfrage ein, doch man konzentrierte sich auf andere Produkte, wie Masken und Desinfektionsmittel, aus dem breiten Vertriebs-Portfolio. Derzeit bereits 8 Mitarbeiter werden künftig am neuen Standort von Nienburg aus die lebensrettenden Produkte vertreiben, die, gemessen auf ein Menschenleben, eine geringe Investition sind. Die Geschäftsführer Stefan Krieg und Ronny Dierking kommen selbst aus dem Rettungsdienst und wissen daher, dass im Falle eine Herzstillstandes jede Sekunde zählt.

🌴 Daraufhin stand erstmal eine kurze Erfrischung am
Weser Beach Nienburg an, bevor es mit zwei Begleitern nach Pennigsehl ging. Schausteller Louis Franke investierte hier an der Nienburger Fußgängerbrücke in der Krise in einen Eventstrand an der Weser, um aus der Not heraus das Beste zu machen. Mit Franke habe ich mich bereits zuvor intensiv zu den Problemen der Veranstaltungsbranche ausgetauscht, die derzeit mit dem Rücken an der Wand steht. Es ist nicht ganz nachvollziehbar, dass niedersächsische Freizeitparks öffnen dürfen, aber umzäunte Kirmes mit gleichwertigen Hygienekonzepten nicht. Hier muss das Land zeitnah zu einer nachvollziehbaren Lösung kommen.

🚑 Als letzte Station des Tages habe ich den DRK Stützpunkt in Pennigsehl besucht, bei dem rein ehrenamtlich tätige Personen, unter der Leitung von Oliver Böhm, für den Katastrophenschutz Gewehr bei Fuß stehen, um die hauptamtlichen Kräfte bei verschiedenen Einsätzen zu unterstützen. Ein MTW und ein Lastwagen gehören zum Fuhrpark in Pennigsehl, mit dem sie auch beim Moorbrand vor einiger Zeit dabei waren. Bürokratie und wenig neue Mitglieder bereiten den ehrenamtlichen Sorgen. Einer Einführung eines allgemeinen Dienstjahres sieht man daher sehr positiv entgegen, denn früher waren es die Zivis und Bundis, die es häufig nach dem Dienst dauerhaft ins Ehrenamt verschlagen hat.