Wenn Kinder und Jugendliche Hilfe brauchen

Wenn Kinder und Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen Hilfe brauchen, dann kümmern sich Einrichtungsleiter Jörg Wernich und seine 75 Mitarbeiter in der „Güldenen Sonne“ in Rehburg-Loccum um sie. Von dieser wichtigen Arbeit konnte sich der heimische Familienpolitiker Maik Beermann (CDU) und Mitglieder der örtlichen CDU auf Einladung der Einrichtung nun selbst überzeugen. Anlass ist die Diskussion um eine Verbesserung und bessere Anerkennung des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) und die Fachkräftegewinnung für Einrichtungen wie die Güldene Sonne.

Bereits seit 1953 in Rehburg-Loccum tätig, hilft die Kinder- und Jugendtherapieeinrichtung derzeit etwa 50 Kindern und Jugendlichen stationär und betreut weitere 60 Familien über die Familienhilfe ambulant. „Wir brauchen Mitarbeiter, die diesen Beruf aus Überzeugung machen und Freude daran haben, die Kinder in ein selbst bestimmtes Leben und auch zurück zu ihren Familien zu führen. Unsere Mitarbeiter brauchen auch ein Stück weit Idealismus“, erklärt Wernich dem Abgeordneten und Gästen die Motivation den Erzieher-Beruf in der Güldenen Sonne zu ergreifen. Begonnen hat die Einrichtung als Heim für Flüchtlingskinder aus dem Zweiten Weltkrieg und hat sich seit dem enorm weiterentwickelt. „Von den ursprünglichen Hofgebäuden stehen nur noch einige Kellerwände“, so Wernich. Bei der Hilfe sind auch internationale Grenzen kein Hindernis: „Eine Familienzusammenführung in der Karibik gab einem jungen Mann die notwendige Motivation sein Leben in den Griff zu bekommen“, schilderte Ilona Kunze, stellv. Einrichtungsleiterin aus der Praxis. Etwa 70 Prozent der Schützlinge werden nach einiger Zeit in ihre Familien zurückgeführt, manche werden jedoch auch bis zum 18. Lebensjahr begleitet und betreut.

Beermann freute es besonders, dass zum gemeinsamen Austausch auch 8 junge Menschen hinzugekommen sind, um offen ihre teils emotionalen Erfahrungen mit dem Beruf und dem FSJ zu schildern. Einig waren sich die anwesenden Praktikanten, Auszubildenden, Studenten und FSJler darin, dass dies eine tolle Erfahrung ist und es ein gutes Gefühl hinterlässt, die Entwicklung und Erfolge der Kinder und Jugendlichen in der Einrichtung mitzuerleben. Das Freiwillige Soziale Jahr ermutigte ein junges Mädchen den Beruf der Erzieherin ergreifen zu wollen und ein junger Mann kündigte an, aufgrund dessen, Grundschullehrer werden zu wollen.

„Auch wenn wir bei den pädagogischen Kräften derzeit fast einen 50% Anteil an männlichen und weiblichen Arbeitskräften haben, fehlt es in der Regel doch an männlichen Interessenten für diese Berufsbilder“, beschrieben Wernich und der anwesende Bildungsreferent in der Jugendarbeit Ulrich Räbiger die Situation.

Mit auf den Weg bekam Beermann den Wunsch das FSJ und ehrenamtliche Arbeit insgesamt attraktiver zu gestalten, indem sich freiwilliges Engagement zum Beispiel auf den NC im Studium auswirken könnte, oder es kostenlosen Nahverkehr für FSJler geben könnte. „Das Bild des FSJ hat sich zum Glück in der letzten Zeit deutlich in der Öffentlichkeit gewandelt“, so Beermann, „denn während man früher nur die Frage bekam, ob man denn einfach nur nicht wüsste, was man nach der Schule machen wollte, erntet es heute auch Anerkennung seine Zeit auch für die Gesellschaft einsetzen zu wollen. Es wäre schön, wenn auch Unternehmer verstärkt darauf achten würden, wie in anderen Ländern bereits üblich, dass solches Engagement ein starkes Bewertungskriterium für Bewerbungen wird“, findet Beermann.

Beermann dankte den jungen Menschen und Mitarbeitern für die Präsentation der Einrichtung und möchte die Eingaben zum Thema FSJ in seinem Familienausschuss weiter verfolgen.

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