Wir brauchen mehr Freiheiten bei den Impfungen

„Die alleinige Fixierung auf Inzidenzwerten ist inzwischen zu wenig und wir brauchen mehr Freiheiten bei der Impfung!“
Die Verfügbarkeit von Selbsttests rollt inzwischen an und wird von Tag zu Tag deutlich zunehmen. Ich halte solche Tests für wichtig und richtig, weil wir auf diese Weise Infektionsketten schneller durchbrechen können. Gerade wenn wir wissen, dass jeder fünfte Corona-Infizierte keine Symptome hat, fallen durch Selbsttests diese häufiger auf. Aber wenn wir künftig mehr testen, steigt zeitgleich die Inzidenzrate erst einmal an, weil mehr Infektionen erkannt werden und die Dunkelziffer besser ausgeleuchtet wird. Danach wird zwar allerdings dieser Wert wieder sinken, wenn eben mehr positiv Getestete in Quarantäne gehen und damit als Folge weniger anstecken., doch die Folgen für die reine Bewertung anhand der Inzidenz können gravierend sein.
Mich erreichen derzeit viele Anrufe und Mails aus meinem Wahlkreis zu dieser Thematik. Sie befürchten, dass in dem Moment, wo wir mehr testen und die Zahlen erst einmal ansteigen und Lockerungen direkt wieder gestrichen werden. Ich teile diese Sorge aus dem oben beschriebenen Effekt. Deshalb setze ich mich dafür bei der Landes- und Bundesregierung ein, dass wir uns mit der Verfügbarkeit von Selbsttests nicht mehr allein auf die Inzidenzwerte fixieren dürfen, wenn es um Öffnungsschritte geht. Wir sollten auch andere Faktoren, wie beispielsweise die jeweilige aktuelle Lage in den Krankenhäusern und die Anzahl schwerer Erkrankungen, berücksichtigen. Es kommt im Ergebnis nämlich auch darauf an, wer die Infizierten sind und ob ein schwerer Verlauf überhaupt zu erwarten ist. Eine ZeroCovid Strategie ist nicht erreichbar und kann auf Dauer nicht Maß des Regierungshandelns sein.
Heute wurde zudem die Johnson und Johnson Impfung zugelassen. Diese ist bereits nach einer Dosis wirksam und deshalb unbürokratischer und auch in der Aufbewahrung einfacher. Zeitgleich liegen bei uns mittlerweile 4 Millionen Impfdosen ungenutzt rum und es weren wöchentlich mehr. Es ist nicht zu vermitteln, wieso diese nicht sofort an die Hausärzte und auch an Unternehmen mt ihren rund 12.000 Betriebsärzten rausgehen. Ja sogar Impfungen in Einkaufszentren und Schulen wären denkbar. In Anbetracht der Dringlichkeit der Umsetzung der Impfungen müssen wir die volle Bandbreite der Möglichkeiten nutzen und die Priorisierung, die zum Bremsblock der Entwicklung geworden ist,. aufheben.
Andernfalls bekommen wir aus meiner Sicht ein Glaubwürdigkeitsproblem und riskieren Unmut bei den Menschen.

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