Ziegenkäse aus Lichtenhorst

„Als wir von der Idee zur Tat überschritten und die Hofstelle mit dem alten Ziegenbestand übernahmen, musste wir schnell feststellen, dass die Ziegen gesundheitlich angeschlagen und in keiner guten Verfassung waren, weshalb wir handeln mussten“, erklärte Judith Kuhnert dem Abgeordneten Beermann und seinem Kollegen aus dem niedersächsischen Landtag, Frank Schmädeke, der ihn begleitete. Die Familie beschloss eine Chance zu nutzen und den Bestand durch die in unserer Region wenig verbreiteten Thüringer Waldziegen zu ersetzen. Das Besondere an der Thüringer Waldziege ist, dass diese auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen steht. „Diese Ziegen sind sehr robust und damit natürlich gesund und haben eine gute Milchabgabe“, erklärt Kuhnert ihren Gäste während der Hofbesichtigung „und wir tun etwas Gutes, indem wir diese vom Aussterben bedrohte Tierart züchten und damit erhalten.“ Daneben wird in der Herde auch die Bunte Deutsche Edelziege gehalten.

Berufsbegleitend hat sich die Familie die Sach- und Tierkunde über die Jahre angeeignet und immer weiter professionalisiert. Seit August 2011 führt Markus Waldmann nach erfolgreicher Teilnahme an dem Meisterkurs der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz den Titel „Tierwirtschaftsmeister Schafhaltung“. Der Ziegenkäse findet als Edelprodukt besonders Absatz bei Restaurants und Hotels, aber auch der Privatkundenbereich wird kontinuierlich gepflegt und ausgebaut. Hierzu fahren Judith Kuhnert und ihr Mann auch regelmäßig zu Veranstaltungen und Märkten.

Angesprochen auf die Gefahren durch den Wolf macht sich Kuhnert derzeit wenig Sorgen: „Zwar haben wir bereits ausreichend Wolfsschutzzaun eingekauft der bald aufgestellt wird, doch auch unsere jetzige doppelte Einzäunung sowie unser Herdenhund wirken laut Fachkreisen irritierend und abschreckend auf den Wolf.“

Beermann zeigte sich beeindruckt von dem Betrieb: „Es ist toll was die beiden hier auf die Beine gestellt haben und wie sich hier um die Tiere gekümmert wird. Manchmal muss man einen Schritt zurück machen um dann zwei nach vorne zu gehen. Ich wünsche deshalb alle Gute bei der weiteren Erfüllung Arbeit!“